Dienstag, 8. Oktober 2013

Im Südwesten


Die Menge der koreanischen Feiertage im Herbst hat uns zwar überrascht, macht aber auf jeden Fall Sinn: Das Wetter ist momentan einfach herrlich! Seit Jonathan und ich Anfang September wieder in Seoul angekommen sind, haben wir im Schnitt 25 Grad bei sehr geringer Luftfeuchtigkeit.
Da also letzte Woche mal wieder zwei Tage frei waren, haben wir Drei die Zeit und das Wetter ausgenutzt und sind in den Südwesten Koreas aufgebrochen.


Wir hatten für drei Nächte ein Hotel in Gwangju gebucht und uns vorgenommen von dort aus die Region zu erkunden.

Tag 1 Gwangju
Gwangju liegt ungefähr 330km südlich von Seoul und hat 1,4 Millionen Einwohner (eine koreanische Kleinstadt also ;-)). Wir hatten bisher nicht viel gehört über Gwangju, aber bei der Lektüre in Verenas und Kevins Reiseführer (den sie uns netterweise hier gelassen haben, DANKE nochmal) haben wir festgestellt, dass Gwangju eine ziemlich interessante, rebellische Geschichte hat. Bereits mehrfach war Gwangju Schauplatz von Protesten gegen die Regierung und für mehr Demokratie.

Im Mai 1980 wurde die Demokratiebewegung in Gwangju mit Gewalt im Keim erstickt. Das Blutbad bei dem mehrere hundert Menschen starben ging als das "Massaker von Gwangju" in die Geschichte Koreas ein. Mit dem "Nationalfriedhof des 18. Mai" und mehreren Parks wieder dieser Opfer gedacht.
Wer mehr über 5.18 und die Hintergründe wissen möchte (es ist wirklich interessant! I promise!): http://en.wikipedia.org/wiki/Gwangju_massacre

Der 5.18 National Cemetary


Der Friedhof, die "Portray Enshrinement Hall" und die "May 18 Memorial Hall" sind architektonisch und von der Art und Weise wie sie das Geschehene vermitteln wirklich gut gelungen und sehr beeindruckend.


Am späteren Nachmittag waren wir dann noch in der Stadt selbst in der sogenannten "Art Street", die laut Reiseführer eine kleinere und günstigere Version von Insa-dong in Seoul sein sollte. Kleiner war sie tatsächlich, aber wenn man Insa-dong kennt, konnte die Art Street von Angebot und vor allem von der Atmosphäre her an das Vorbild leider nicht heranreichen.

Tag 2 Mudeungsan National Park
Nur ein paar Kilometer östlich von Gwangju liegt das Mudeungsan-Gebirge mit dem entsprechenden Nationalpark. Dorthin sind wir an Tag 2 unserer Reise gefahren. Leider war die Sicht an diesem Tag nicht so besonders toll, die Wanderung haben wir trotzdem genossen.




Tag 3 Mokpo und Yeongam
An Tag 3 unseres Trips sind wir in die Küstenstadt Mokpo gefahren. Für diesen Tag hatten wir auch bestes Wetter erwischt und bei unserer Wanderung im Yudalsan Park hatten wir eine traumhafte Sicht auf die Stadt, das Meer und die vielen kleinen umliegenden Inseln...





Von Mokpo ist es nur einen Katzensprung bis zum F1 International Circuit in Yeongam, wo ja letztes Wochenende der Formel 1 Grand Prix stattgefunden hat. Wir waren allerdings schon am Donnerstag da und sind einfach mal Richtung Rennstrecke gefahren, um zu schauen ob man irgendwas von den Vorbereitungen sehen kann. Dass uns das Security Personal aber einfach so mit unserem Auto bis an die Strecke ranfahren lässt und Roland sogar einen kurzen Blick in die Boxengasse werfen konnte (siehe Foto unten) hätten wir allerdings nicht gedacht.  Das Rennen am Sonntag haben wir dann schon wieder zu Hause brav von der Couch angeschaut...

Tag 4 Jeonju (leider nicht in der Karte oben eingezeichnet)
Jeonju befindet sich etwa 100km nördlich vom Gwangju und lag für uns quasi schon wieder auf dem Rückweg nach Seoul. Dorthin sind wir also an unserem letzten Reisetag gefahren. Jeonju ist berühmt für sein Bibimbap (비빔밥, eines meiner koreanischen Lieblingsgerichte) und das Hanok Maeul (= Hanok Dorf).

Die meisten Hanoks in diesem Viertel sind superschön hergerichtet und restauriert... Darin befinden sich Shops, Restaurants, Teehäuser und Museen.



Under construction
Nur noch die Grundmauern...
Von Jeonju ging es dann am späten Nachmittag zurück nach Seoul. Bei dieser Fahrt hatten wir leider nicht so viel Glück wie bei vielen anderen unserer Fahrten und standen die letzten 30km in die Stadt ziemlich übel im Stau...
Trotzdem war es natürlich eine super gelungene Reise! MEHR DAVON, BITTE! :-)

Noch kurz zu Jonathan... Unser Sohn ist ja wirklich ein süßer Drops (wie die Bilder beweisen). Das wissen wir selbst ja auch. Wir haben allerdings so langsam Befürchtungen, dass ihm die ganzen Komplimente und die Aufmerksamkeit die er von KoreanerINNEN (vor allem außerhalb von Seoul) bekommt langsam zu Kopf steigen... Er hat schon eine regelrechte Masche: Wenn er merkt, dass die Leute auf ihn aufmerksam geworden sind und "CUUUUUTEEEE!" sagen, legt er den Kopf schief, grinst verschmitzt (nahezu selbstgefällig) und winkt lässig, was meist zu weiteren "Ohhhhs" und "Ahhhs" führt...

Abendessen beim Italiener in Gwangju... Wir wurden von den Bedienungen natürlich werbewirksam direkt am Fenster platziert. Hier flirtet Jonathan vermutlich gerade mit Passanten, die mit ihren Nasen vor der Scheibe kleben ;-)


Typisches Straßenbild in Jeonju: Mann und Kind werden bestaunt. Die netten Koreanerinnen auf diesem Bild konnten sogar ein bißchen Englisch. Als Roland auf die Frage: "Where are you from?" mit "Germany" antwortete, brach dann ein Jubel und Gekreische aus, als hätten wir gesagt, wir seien Mitglieder des englischen Königshauses oder Jonathan wäre der kleine Bruder von Justin Bieber... Wir sind inzwischen zwar schon seit 9 Monaten hier, aber manche Dinge verstehen wir immer noch nicht oder werden sie wohl auch nie verstehen ;-)


Montag, 30. September 2013

Chuseok Wochenende

Wie versprochen, gibts jetzt endlich den ausführlichen Bericht über unser Chuseok Wochenende!
Zuerst einmal das wichtigste: Trotz ca.750 gefahrener Kilometer hatten wir fast keinen Stau. Einen Tag früher als die meisten anderen losfahren und auch einen Tag früher zurückkommen hat sich ausgezahlt. :-)

Mit vollbepacktem Auto (fünf Personen inkl. Gepäck für 5 Tage plus Kinderwagen, Spielzeug, Kraxe usw.) sind wir am Dienstag vormittag los. Unser erstes Ziel war das High 1 Resort in der Nähe von Taebaek und Pyeongchang (da wo 2018 die olympischen Winterspiele stattfinden werden). Das Resort ist eigentlich ein Skiresort mitten in den koreanischen Bergen im Landesinneren, aber auch im Herbst superschön!
Am Nachmittag haben wir das Hotelgelände, die Spielplätze und die Pools erkundet (die übrigens Badewannen-Temperatur haben, was im Winter ja ganz schön sein mag, bei 25 Grad im Schatten aber nicht wirklich erfrischend ist).

Unser Hotel - Blick von unserem Balkon
Am nächsten Morgen sind wir recht früh zu einer Wanderung aufgebrochen. Über Stock und Stein sind wir vom Resort bis zur Bergstation gewandert und dann mit der Seilbahn wieder runter gefahren. Dieses Vorgehen stellte die koreanischen Seilbahn-Aufseher allerdings vor echte Schwierigkeiten. Anscheinend war es noch nicht vorgekommen, dass Leute raufgelaufen sind und dann nur wieder runter fahren wollten. Nachdem sich das Personal der Bergstation per Funk mit dem Personal der Talstation abgestimmt hatte, durften wir einsteigen und fahren, wurden aber dann beim Aussteigen vom einem Mitarbeiter mit den Worten "Follow me!" (megaunfreundlich und total untypisch für Korea wo Kundenservice und Kundenzufriedenheit viel wichtiger und besser ist als in Deutschland) empfangen und mussten trotzdem ein Roundtrip-Ticket kaufen...

Die Wandergruppe
Kitschiges Foto an der Bergstation
Blick von der Seilbahn auf unser Hotel
Den Nachmittag über haben wir dann ein bißchen relaxt und sind abends noch zum 삼겹살 (Samgyeopsal) Essen gegangen.
Diesbezüglich übrigens nochmal ein dickes Kompliment an Verena und Kevin! Das koreanische Essen ist ja nun wirklich nicht jedermanns Sache und manche Dinge sind wirklich gewöhnungsbedürftig, aber die beiden haben (fast) alles probiert und an manchen Sachen auch wirklich Geschmack gefunden! Hätten wir sie noch ein paar Tage länger hier gehabt, hätten die Beiden vermutlich auch (typisch koreanisch) Reis zum Frühstück gegessen ;-)

Dining in Korea - Am Boden sitzen und tausend Schüsseln und Schälchen auf dem Tisch
Am nächsten Morgen ging es weiter zu unserem zweiten Reiseziel in der Nähe von Gangneung an der koreanischen Ostküste. Der Strand direkt vor unserem Hotel war echt super! Dort haben wir dann auch den ganzen Nachmittag verbracht. 

Blick aus unserem Hotelzimmer

Erst hat Jonathan Onkel Kevin eingebuddelt und dann wollte er natürlich auch mal...



Freitag Morgen sind wir dann nach Jeongdongjin - die Stadt der Kuriositäten - gefahren. Dort gibt es eine Ansammlung von Sachen die irgendwo zwischen abgefahren und interessant einzustufen sind. Zunächst mal ein Hotel in Form eines Schiffes, das wie gestrandet auf einem Hügel liegt...


Dann gibt es in Jeongdongjin den am nächsten am Meer liegenden Bahnhof der Welt (nur 80m vom Meer entfernt und deshalb im Guiness Buch der Rekorde)...


Und außerdem gibt es noch eine riesige Sanduhr, deren Sand genau 1 Jahr braucht um einmal von oben nach unten durchzulaufen. Die Sanduhr ist eine Hommage an die koreanische Telenovela "Sanduhr" die Mitte der neunziger Jahre unter anderem in Jeongdongjin gedreht wurde.


Am Samstag vormittag ging es dann auch schon wieder früh los, da wir auf der Rückfahrt entlang der Route noch einige Sights anschauen wollten. Entlang der Route ist übrigens leicht irreführend... In Wirklichkeit haben wir eine ziemlich Schleife gedreht aber dazu später mehr.

Zunächst sind wir also in aller Frühe in Gangneung aufgebrochen und Richtung Westen gefahren. Im Odaesan Nationalpark haben wir uns den Woljeongsal Tempel angeschaut. Wir waren unter den ersten Besucher überhaupt an diesem Tag und die Ruhe hat die Atmosphäre des Mitten in der Natur gelegenen Tempels noch schöner gemacht. Als wir dort wieder abgefahren sind kamen allerdings ganze Busladungen voller Leute um den Tempel zu besichtigen...



 


Dann haben wir uns entschlossen noch nach Cheorwon zu fahren, was nun wirklich nicht direkt auf dem Rückweg nach Seoul liegt. Cheorwon ist ca. 40 km von der Grenzen zu Nordkorea entfernt und von dort aus kann man Touren zur DMZ machen.
Die Touren ab Cheorwon funktionieren so, dass man sich (und sein Auto) registriert und dann in einer Kolonne (mit den anderen Touristen) hinter einem Leitfahrzeug her selbst durch das militärische Sperrgebiet fahren kann. An mehreren Punkten stoppt der Konvoi, alle dürfen aussteigen und die Points of Interest besichtigen.
Roland und ich hatten von dieser Art der Tour noch nie etwas gehört, wir wussten nur, dass man auf die Touren zur DMZ die von Seoul aus angeboten werden (und zu einem anderen Teil der Grenze gehen) keine Kinder mitnehmen darf. Umso überraschter waren wir, dass es hier kein Problem war und Jonathan alles mitmachen durfte. Wir haben es also allein Reiseleiter Kevin zu verdanken, dass wir an diesem Tag noch einen Blick nach Nordkorea werfen durften! :-)

Erster Stop der Tour war der "Zweite Infiltrationstunnel". Dies ist ein 3,7 km langer Tunnel der von den Nordkoreanern ca. 50-150 Meter unter der Erde gegraben und 1975 von den Südkoreanern entdeckt wurde. 

Gleich gehts unter Tage...
Jonathan und Roland im Tunnel
Zweiter Stop der Tour war dann das "Friedensobservatorium", ein auf einem Hügel gelegenes Gebäude von dem man tatsächlich nach Nordkorea herüberschauen kann (Fotos und Videos sind hier verboten, hab ich mich mal besser dran gehalten...). Man hat von hier aus auch Blick auf eine der nordkoreanischen "Schein-Siedlungen", bühnenbildartige Häuser die mit elektrischem Licht und ähnlichem ausgestattet sind und dem (natürlich) überwachenden Süden Wohlstand vorgaukeln sollen...

Dritter Stop ist der Woljeong-Bahnhof. Nur wenige Meter von der DMZ entfernt war diese Bahnstation einst der letzte Stop vor einer Reise von Cheorwon bis nach Gagok ins heutige Nordkorea. In der Bahnstation verrostet ein von den Amerikanern im Koreakrieg zerbombter nordkoreanischer Zug vor sich hin (kann man auf dem Foto leider nicht so gut erkennen).

Ehemaliger Bahnhof





Letzter Stop auf der Tour ist die Ruine der Zentrale der Arbeiterpartei Koreas (Cheorwon lag vor dem Koreakrieg im kommunistischen Nordkorea).


In Summe war die Tour wirklich super interessant und es war ein echter Zufallstreffer den wir da gelandet haben!
Von Cheorwon ging es dann am späten Nachmittag zurück nach Seoul. Und auch dieser letzte Streckenabschnitt verlief richtig gut! Es war zwar viel los aber wir haben nicht im Stau gestanden!

Am Sonntag dann wieder in Seoul haben wir unser Chuseok Wochenende noch mit einer Bootstour auf dem Han abgeschlossen. Kapitän Jonathan (und Co-Pilot Verena ;-)) auf grosser Fahrt...



 Und weil uns dieser Kurzurlaub so gut gefallen hat, fahren wir diese Woche gleich nochmal für ein paar Tage los! Man glaubt es kaum: Hier in Korea ist am Donnerstag schon wieder Feiertag. Diese Gelegenheit nutzen wir und machen uns (diesmal leider ohne Verena und Kevin) auf den Weg in den Südwesten von Korea.

Montag, 16. September 2013

Hello again...

Da sind wir also wieder... back in Seoul! Vor einer Woche hieß es Abschied nehmen von Familie und Freunden, von Deutschland generell, und ab ins Flugzeug zurück nach Korea. Die sechs Wochen Heimaturlaub waren einerseits lang und andererseits auch so schnell rum... Wir haben viel unternommen, viele Freunde, Bekannte und Verwandte besucht und getroffen, viel geshoppt (!!!), die Natur genossen (wow, ist Deutschland grün!) und viel Spaß gehabt.

Ein paar von Jonathans Highlights:
- ganz viel Zeit mit Oma(s) und Opa(s)
- fast jeden Tag zum "Piepatz" (= Spielplatz) gehen (ein richtiger Spielplatz mit Gras... sowas gibt es  hier leider nur selten)
- frisches Gemüse und Obst aus Oma Connys Garten essen
- mit seinem Dreirad rumcruisen

Ein paar meiner Highlights:
- alte und neue Freunde treffen (ich hoffe, die richtigen Leute fühlen sich hier angesprochen! Und ja, das "kommt doch mal vorbei" habe ich ernst gemeint! :-))
- endlich das neuste und jüngste Lassieclub-Mitglied kennenlernen: Sweet little Marei! (und natürlich den Rest vom Lassie Club treffen, aber ich hoffe ich habt euch bei Punkt 1 auch schon angesprochen gefühlt!)
- eine wundervolle Hochzeit mitfeiern dürfen. Es war grandios Martin & Colin!
- Shoppen gehen und in den Geschäften tatsächlich Hosen in meiner Länge zu finden... :-)
- einfach mal ne Currywurst mit Pommes essen
- den Sternenhimmel über Brunskappel sehen (Seoul ist nachts einfach zu hell beleuchtet, da sieht man die Sterne nicht)
- Joggen in der wunderschönen Sauerländer Natur
- mitkriegen wie viele Freunde und Bekannte regelmäßig diesen Blog lesen und gut finden (DANKE, das freut mich riesig!)

Was ich nicht vermisst habe und auch zukünftig wohl nicht vermissen werde:
- das deutsche Fernsehprogramm! Oh my God, wie viel unterirdisch schlechter Quatsch läuft denn da!
- das deutsche Gesundheitssystem... Leider mussten wir auch ein paar Arztbesuche erledigen während unseres Aufenthalts. Ich hatte die langen Wartezeiten bis man Facharzttermine bekommt und die Stunden in den vollen Wartezimmern ganz vergessen...
- Wahlkampf... Ich mein, na klar haben wir Briefwahl gemacht und ich finde Demokratie und freie Wahlen extrem wichtig, aber was da zum Teil für ein Quatsch verzapft wird während so eines Wahlkampfes kann sich doch wirklich keiner anhören...! Zum Glück ist ja nicht jedes Jahr Bundestagswahl, davon sind wir zumindest bei unserem nächsten Besuch verschont ;-)

Nach sechs Wochen Deutschland hab ich mich dann wirklich wieder sehr deutsch gefühlt. Das klingt vielleicht komisch, aber irgendwie hatte ich ein bißchen Bedenken, dass das "Zurückgewöhnen" an Korea schwierig werden könnte und lange dauert, weil man sich sechs Wochen lang so "deutsch wie immer" verhalten hat und das Ankommen in Deutschland gar nicht schwer war (man kennt ja alles (und in Brunskappel auch jeden ;-)))
Meine Bedenken waren jedenfalls unbegründet. Wir sind schon nach einer Woche wieder richtig zu Hause in Seoul, essen wieder mit Genuss das koreanische Essen, freuen uns über das wundervolle spätsommerliche Wetter (die Hitze und Schwüle sind vorbei! Juhu!) und natürlich über unsere Besucher, Verena und Kevin, die wir gleich mal aus Deutschland mitgebracht haben!

Jetzt steht auch schon Chuseok vor der Tür, das koreanische Erntedank-Fest und einer der wichtigsten Feiertage in Korea. Bei Chuseok trifft sich die ganze Familie und es wird viel gegessen... Traditionell reisen vor allem junge Koreaner quer durchs Land um Eltern oder Großeltern zu besuchen und diese Tage mit ihnen zu verbringen. Schilderungen zufolge ist Seoul in diesen Tage "leer" und ein bißchen wie ausgestorben, weil alle aus der Stadt rausfahren und ein riesiges Verkehrchaos ist vorprogrammiert...
Wir wollen natürlich auch aus der Stadt raus und ein bißchen das Land erkunden und hoffen, dass wir den schlimmsten Staus entkommen indem wir schon am Dienstag losfahren (die meisten Koreaner haben erst ab Mittwoch frei). Ob dieser Plan aufgeht und wie es an der Ostküste war, lasse ich euch dann nächste Woche wissen :-)

HAPPY CHUSEOK!

Mittwoch, 21. August 2013

Stadtkind

Jonathan ist tatsächlich ein ziemliches Stadtkind... Das wird mir jetzt da wir "aufm Dorf" sind erst so richtig bewusst...
Besonders geländegängig (Kuhwiese, Kiesweg, tiefer Sand) ist er nicht... Im Gegenteil: Wenn er über die Wiese läuft und ihn das Gras an den Füßen oder Beinen kitzelt, findet er das ziemlich komisch und verzieht das Gesicht...

Umso schöner, dass wir jetzt sechs Wochen lang "Dorfkind-Bootcamp" machen können, in denen Jonathan jeden Tag die Gelegenheit hat auf einem tollen Spielplatz mit Sandkasten und Gras zu spielen, allerlei Tiere (Kühe, Hunde, Vögel, Fische, Schmetterlinge und Ameisen) zu beobachten, frisch aus unserem Garten geerntete Kirschen, Johannisbeeren, Zucchini und Salat essen kann, Opa beim Rasenmähen helfen kann, mit Oma Stöcke und Steine sammeln kann um sie in den kleinen Dorfbach zu werfen, erste Erfahrungen mit seinem neuen Dreirad machen kann und so weiter und so weiter...

Hauptsache Jonathan kommt jeden Abend mit ordentlich Dreck unter den Fingernägeln nach Hause! :-)

HERRLICH! WE LOVE IT! 
Frische Erbsen direkt aus Omas Garten

Jonathan hilft Opa beim Sand verteilen
Wir drehen eine Runde mit der Schubkarre
...noch ein "Poser-Foto"...
Erst das Dreirad mit Opa reparieren, dann...


...und los gehts!

 
Und schließlich noch Probe sitzen auf Opas Motorrad!

P.S. Diesen Post hatte ich schon kurz nach unserer Ankunft geschrieben, aber bisher vergessen zu veröffentlichen... Jetzt da wir schon über die "Halbzeit" unseres Deutschland-Urlaubs drüber sind, ist Jonathan nicht zu bremsen was das "Draußen sein" angeht! Er rennt und rennt und rennt und hebt Stöcke, Steine und Blätter auf. Nicht mehr viel übrig vom Stadtkind ;-)

Dienstag, 6. August 2013

Anna's S(e)oul - 6 Wochen in Deutschland

Wir sind dann also mal weg... beziehungsweise: Wir sind dann also mal HIER :-)

Nach knapp sechs Monaten in Seoul sind wir das erste Mal auf Heimat-Urlaub und obwohl der Blog natürlich eigentlich anders gedacht ist, will ich euch trotzdem auch an unseren Erlebnissen in 6 Wochen in Deutschland teilhaben lassen...

Vor genau einer Woche haben Jonathan und ich uns in Incheon mit einem kleinen Tränchen im Auge von Roland verabschiedet, uns aber auch mit ganz viel Vorfreude ins Flugzeug gesetzt und auf den laaaaaangen Weg nach Deutschland gemacht.

Wer sich noch an meinen Eintrag vom Hinflug erinnern kann, wird verstehen, dass ich ziemlich Bammel vor dem Flug hatte (wohlwissend, dass es ja viel schlimmer eigentlich nicht werden konnte...) Und, was soll ich sagen?! Diesmal wars gar nicht furchtbar! Unsere kleine Eule hat sich vorbildlich, superlieb verhalten und der Flug ging - obwohl er eigentlich länger war als der Hinflug - gefühlt deutlich schneller rum.

Wir sind zum ersten Mal A380 geflogen und hatten das unfassbare Glück in einer fast komplett ausgebuchten Maschine noch einen freien Platz neben uns zu haben, sodass Jonathan es sich richtig bequem machen konnte.


Ein paar neue Spiel-Apps auf dem iPad, Pororo-Cartoons im Board-Programm und ein neues Buch (natürlich über Flugzeuge ;-)) waren natürlich auch super zum Zeitvertreib!


Und so kamen wir relativ entspannt und gut gelaunt am Montag abend in Frankfurt an. :-)

Die nächsten paar Tage waren dann jedoch alles andere als entspannt weil Jonathan sich (wann auch immer und wo auch immer) einen Virusinfekt eingefangen hatte - mit hohem Fieber und entsprechender Quengeligkeit... Das Einleben hat also etwas länger gedauert...
Seit dem Wochenende ist der kleine Mann aber wieder fit, wir haben die innere Uhr auf Deutschland gestellt und den Jetlag aus den Knochen und können dann jetzt anfangen tolle Sachen zu unternehmen!
Die nächsten Posts werden also nicht lange auf sich warten lassen... VERSPROCHEN! ;-)

Dienstag, 23. Juli 2013

Jonathan im Kindergarten - UPDATE

Seit fast 4 Monaten geht Jonathan jetzt in den internationalen Kindergarten und es gefällt ihm sowas von gut! Er findet seine beiden Erzieherinnen klasse, kann inzwischen die Namen von fast allen anderen Kindern in der Gruppe sagen und hat einfach immer so viel Spaß!

Wenn ich ihn morgens frage: "Wollen wir jetzt zu Stella (so heißt eine der Betreuerinnen) fahren?" ruft er: "Jaaaaa! (oder wahlweise auch: "Yes!") und nickt wie wild mit dem Kopf. Am Kindergarten angekommen, bringe ich ihn dann zur Tür, er fällt Stella zur Begrüßung um den Hals, sagt "Bye, bye Mama!", winkt mir und rennt in seinen Gruppenraum.
Zum Glück kommt er aber auch immer mit einem breiten Grinsen zur Tür gerannt wenn ich in Mittags abhole (sonst fände ich es wahrscheinlich nicht so toll, wie gern er in den Kindergarten geht ;-))

Jonathans Freunde im Kindergarten heißen Lilly, Oskar, Donggun, Charly, Helena und Maria. Am liebsten mag er momentan Lilly und Donggun (beides Koreaner). Wenn ich ihn frage mit wem er denn gespielt hat sagt er immer einen dieser beiden Namen.

Das Programm im Kindergarten ist super abwechlungsreich! Es gibt jede Woche ein Thema zu dem dann Lieder gesungen werden, zu dem gebastelt wird, zu dem Spiele und manchmal Ausflüge gemacht werden.
Aber ich denke Bilder sagen mehr als 1000 Worte, hier ein paar Eindrücke... 


Spielen... drinnen, draußen und mit großen Tieren ;-)


Wenn ich groß bin, werde ich Schlagzeuger...



Stella liest vor...

 

Basteln...


Mein Muttertags-Geschenk



Snack-Time :-)



 Ausflüge... in den Namsan Park und ins Aquarium



Einmal in der Woche kommt der Sportlehrer...


Bogenschießen...

Zu Rolands großer Freude wird auch Basketball gespielt...

Jonathans erster Korbleger :-)


Happy Jonathan im Kindergarten. Hoffentlich gefällt es ihm nach den langen Sommerferien in Deutschland immer noch so gut!